HERZLICH WILLKOMMEN.

Es gibt viele Wege, obdachlos zu werden.

Nur wenige führen wieder heraus.

 

Wenn Du auf der Straße bist, ist alles vorübergehend.

Der Ort, wo Du sitzt, der Ort, wo Du schlafen kannst, wo Du dein Hab und Gut lagerst. Vor allem aber: Die Menschen. Die meisten gehen vorüber.

 

Mit der aufgrund der Corona-Krise erfolgten und von der Stadt Köln geduldeten Besetzung eines alten Bürogebäudes entlang der Bonner Straße haben sich für uns viele Dinge verändert.

 

Vielleicht findet sich so ein völlig neuer Weg aus der Obdachlosigkeit heraus, in einer selbst verwalteten, gemeinsamen Anstrengung:

 

Vielleicht sind wir Obdachlose mit Zukunft.

 

Manches aber ändert sich anscheinend nicht:

Die vorübergehenden Menschen. Und das Gefühl, irgendwie keine Privatsphäre zu haben und entrechtet zu sein.

Da kommen einfach irgendwelche Elendsfotographen und inszenieren unser Plenum. Ohne Genehmigung, in klarer Verletzung des Rechtes am eigenen Bild.

Irgendwer kommt von irgendwoher und verordnet uns eine Maskenpflicht, die nirgendwoanders für irgendjemand gilt, weder in der Öffentlichkeit noch auf dem eigenen Grundstück.

Und jemand meint, ein Dokumentarfilm sei doch eine gute Sache, und fängt schon an, zu drehen.

 

Während wir, weil eben alles vorübergehend ist hier für uns, damit beschäftigt sind, etwas zu lernen, was die meisten seßhaften Menschen auch nicht könnten:

Die Organisation eines gemeinschaftlichen Alltags für 30 Menschen, mit geteilter Küche und geteilten Sanitäranlagen, geringsten Mitteln, in einem abbruchreifen Haus und einer Gruppe, die heterogener kaum sein könnte.

 

Vielleicht bleibt tatsächlich etwas davon.

Aber unser Aufenthalt hier, zu unserer und eurer Sicherheit, die Duldung wird vorübergehen, nämlich dann, wenn die Corona-Krise wieder vorbei ist.

 

Bitte achtet also unsere Privatsphäre und unsere und eure Gesundheit:

Kommt nicht einfach unangemeldet vorbei als vorübergehende Menschen, als Schaulustige, Profiteure und was nicht sonst noch alles.

Macht es wie bei normalen Menschen:

 

Meldet euch an. Sagt, warum ihr kommen wollt und vereinbart einen Termin.

 

 Das Betreten des OMZ, für das wir ein mittelbares Hausrecht besitzen,

 ohne Anmeldung zu journalistischen Zwecken,

 insbesondere mit dem Ziel, hier Fotos zu machen

 oder Interviews durchzuführen, ist nicht erwünscht.

 Hier leben viele, die gar nicht mehr wissen,

 dass sie überhaupt Persönlichkeitsrechte besitzen,

 einige, die kein oder kaum Deutsch verstehen.

 Aber auch ein paar, die wissen, dass wir nicht rechtlos sind.

 

 Wir sind jedenfalls kein Streichelzoo.

 Und bei einem Zoo zahlt man gefälligst Eintritt.

 

 

Materiell haben wir mehr, als wir sonst haben. Und das ist viel mehr,

als wir wieder wegtragen können.

Wenn ihr uns helfen wollt, fragt wie und was gebraucht wird.

Geld ist natürlich immer gut.

Aber vorsicht, das ist ein Privatkonto. Da gibt es keine Spendenquittungen.

 

Alles weitere findet ihr im Blog, sofern wir dazu kommen.

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